März 23, 2015 - Kommentare deaktiviert für Christus Factus Est

Christus Factus Est

Schon seit ich mich erinnern kann, geniesse ich klassische Musik. So war es auch eine erfreuliche Angelegenheit am gestrigen Abend zu einem Konzert des Kammerchors Herzogenbuchsee eingeladen zu sein. Musik zur Passionszeit war angesagt. Aufgeführt wurden Werke von Brahms, Bruckner und Mendelssohn. Während mir Brahms und Mendelssohn bereits ein Begriff waren, so wurde ich mit Anton Bruckners Stücken angenehm überrascht. Besonders angetan war ich von "Christus factus est“. Die Musik nimmt wunderbar den Inhalt des aus Philipper 2,8-9 stammenden Graduale auf.

Christus factus est pro nobis obediens
Christus wurde für uns gehorsam
usque ad mortem,
bis zum Tod,
mortem autem crucis
ja, bis zum Tod am Kreuz.
Propter quod et Deus exaltavit illum
Deswegen hat Gott ihn erhöht
et dedit illi nomen
und ihm einen Namen gegeben,
quod est super omne nomen.
der über allen Namen steht.

Das Stück beginnt ruhig. Traurig: Gehorsam bis zum Tod am Kreuz. Ich fühle mit, welches Gewicht, welche Hoffnungslosigkeit, welche Last Jesus trägt. Nicht weil er muss, sondern will. Ich bin berührt. Ich spüre die Trauer seiner Freunde, die mitansehen, wie ihre Hoffnungen ans Holz geschlagen werden. Es ist dunkel.
Doch dann folgt die Wende: Gott hat ihn erhöht und ihm einen Namen über allen Namen gegeben. Licht flutet in den Saal. Die Worte gewinnen an Tempo, der Chor wird lauter. Freude keimt auf. Es ist etwas passiert. Die Niederlage ist keine Niederlage. Sie ist der Sieg schlechthin!
Aber was ist das? Noch eine Wende? Die letzte Zeile führt mich zurück in die Stille. In vielen Wiederholungen will sie sich mir persönlich nähern. Mich zum Nachdenken bringen. Die herrliche Proklamation des Höchsten will zur Proklamation meines Lebens werden. Fein und leise stellt sie mir die Frage: „Steht Christi Name über deinem Namen?“

Musik hat ihren Weg, mir Texte der Bibel zugänglich zu machen. Gerade die Ruhe und Grösse einer Choraufführung in der Kirche trägt dazu bei, meinen Glauben zu stärken und mich persönlich in Geschehnisse hineinzunehmen, die Jahrtausende zurück liegen.

 

Veröffentlicht von: Beat in Beats Gedankensplitter

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